Lahn 2006

Nach mehreren, etwas längeren Diskussionen, wann es denn losgehen sollte, fuhr das Auto, das eigentlich zuletzt fahren sollte, zuerst los und kam dementsprechend auch zuerst an. Begrüßt wurden wir von den Weight Watchers, die uns bereitwillig Auskunft darüber erteilten, wo das nächste McDonalds ist. Danach begaben wir uns auf die Suche nach dem „goldenen Schlüssel“, der uns Zutritt zum Ruderverein Weilburg verschaffen sollte. Auf unserer verzweifelten Suche stießen wir zum Glück auf die Neusser. Diese beruhigten uns erst einmal mit einem guten Schluck „Wundertrunk“, so dass der Schlüssel dann auch schnell gefunden war. Als wir uns mit unserer Wohnstätte vertraut gemacht hatten, stellte sich uns ein Schwall von Fragen: Wo gucken wir Fußball, was essen wir und wann probieren wir das Nobelhallenbad aus? Da wir uns nicht so ganz einigen konnten, kam es zur Gruppenspaltung. Die einen gingen in die Pizzeria, die nächsten zu Mäcces, wieder andere folgten den Neussern zum Fußballfeld und die übriggebliebenen bevorzugten das Hallenbad. Nach Wieder-Zusammenkunft fuhr der Großteil dann doch noch zum Sportplatz um gemeinsam Fußball zu gucken – Ausnahmen bestätigen die Regel. Wie so oft war die SRG der Stimmungsmacher und dass, obwohl wir 90 Minuten auf ein Tor warten mussten. JUCHUUUU wir sind im Viertelfinale! Mit lautem Gehupe, außer dem Auto welches keine hatte, Geschrei und viel guter Laune ging’s zurück.

Später am Abend wollten wir uns unserer Nachtruhe widmen. Aber an Ruhe war nicht zu denken, hatte sich doch ein Neusser unter uns gemischt, der meinte ohrenbetäubend schnarchen zu müssen. Nachdem einige ins Auto umgezogen waren – übrigens ein beliebter Schlafplatz auf dieser Wanderfahrt -, wurde der Neusser nach einigen Diskussionen von einem Mutigen geweckt und so wurde unsere Nachtruhe endlich hergestellt.

Kaum waren wir bei strahlendem Sonnenschein auf Wasser, wurde es auch schon wieder dunkel: wir waren in einem Tunnel. Dieser endete an der ersten Schleuse, die auch funktionierte. Dies kann man nicht von allen Schleusen auf der Lahn behaupten. Schon die zweite Schleuse war defekt, was uns vor ein großes Problem stellte: Mit einer noch nie dargewesenen Umtrageaktion mussten die Boote über eine Treppenvorrichtung für Kanuten rausgehoben werden, aber für unsere starken Jungs war das kein Problem. Da sich die dummen Kanuten aber anschließend immer vordrängeln mussten, hatten wir einen Aufenthalt von zwei Stunden. Aber das war für den Tag noch nicht alles. Es folgte Boottrageaktion Nummer 2: Angekommen am Zielort Runkel (bitte merken!) sahen wir keine Möglichkeit die Boote ohne Steg und anschließend durch eine schmale Eisenbahnunterführung rauszutragen. Aber es blieb uns wohl keine andere Möglichkeit, als es zu probieren! Und es klappte, dank unserer starken Jungs 😉 Nun sollte man meinen es reicht für diesen Tag, aber wer das meint, hat das Quartier noch nicht gesehen. Wir besichtigten unsere „luxuriösen Suiten“ mit Doppelbetten (Hochbetten mit versifften Matratzen) die leider schon Bewohner hatten. Es handelte sich dabei um nette „kleine“ Spinnentiere. Aber das schönste waren doch die Duschen, vor allem die für die Dauercamper. Das Duschen ohne etwas zu berühren und bei eiskaltem Wasser war eine echte Herausforderung! „Frisch geduscht“ (man hätte besser gar nicht geduscht) lernten wir den Humor der Runkler Dauercamper kennen und lieben ;-). Zwei Teenager, die in der Lahn schwimmen waren, mussten durch DEN Tunnel um zum Campingplatz zu kommen. Am Ausgang des Tunnels wurden sie mit einer Ladung Dreck überschüttet und mussten darauf direkt wieder in die Lahn springen. Beim erneuten Passieren der Bahnunterführung spielte sich das Geschehene nochmals ab. Dieses beobachteten um die 20 Dauercamper mit reichlicher Belustigung.

Am nächsten Morgen verließen wir glücklich das Drecksloch und begaben uns auf den Weg nach Limburg. Auf dieser Etappe lernten wir einen unheimlich netten gutaussehenden und charmanten Erpel kennen. Wichtige Anmerkung: es handelte sich hierbei nur um zwei Erpelinen aus unserem Boot, die den Rest der Mannschaft zum Schluss in den Wahnsinn getrieben haben ;-). Wichtige Anmerkung Nr. 2: Anmerkung Nr. 1 wird bitte nicht beachtet. Ihr merkt schon, das schreiben dieses Artikels führt bei den Autoren zu einer Diskussion. Insider können die verschiedenen Ansichten aber zuordnen…

In Limburg angekommen bereitete unser Chefkoch Gilberto unser Menü zu. Anschließend zog es viele SRGler in das schöne Städtchen, wo sie kurz vor Mitternacht noch ein Eislokal fanden. Einige Mutige begaben sich auf die Suche nach dem nächsten Quartier, was sie durch einen gruseligen und finsteren Wald führte. Nach glücklicher Zusammenführung hofften wir diese Nacht in Ruhe schlafen zu können. Doch auch diesmal wurden wir von einem Schnarcher belästigt. Nein, es war nicht der Neusser.

Nach erneuten Diskussionen am nächsten Morgen, ob und wie wir weiter rudern, entschieden wir uns für eine verkürzte Etappe bis zu einer Schleuse, wo uns der nette Schleusenwärter ausnahmsweise übernachten ließ. Obwohl wir nur zwei Toiletten und einen Gartenschlauch zum Duschen hatten war das eine der besten Übernachtungsstationen die wir hatten. Kaum angekommen begannen wir auch schon die Boote abzuriggern, wobei leider eine Stemmbrettschraube im zentimeterhohen Gras verschwand was dazu führte das 5 Personen eine halbe Stunde auf dem Boden rumkrochen. Am Abend haben wir noch lecker gegrillt und hatten eine spaßige Duschaktion. Anschließend verkrochen wir uns in unsere Schlafsäcke und beobachteten die Sterne und Satelliten. Einige bevorzugten aber doch wie des Öfteren das Auto als Schlafstätte.

Nachdem wir, wie immer, lange ausgeschlafen hatten, begaben wir uns auf den Rückweg. Beim Losfahren stellten wir fest, dass ein Auto, wir sagen jetzt nicht welches, jedenfalls war es das, was auch keine Hupe hatte, mit einem „etwas“ lockeren Auspuff ausgestattet war. Wir fuhren also ein bisschen vorsichtiger als normal. Zur Ablenkung von der Gefahr amüsierten wir uns über die Bravo – Grammatik, die noch schlechter war als die in diesem Text!!!

Alles in allem eine gelungene Wanderfahrt!

 

Geschrieben von Maike, Sabrina und Katja für den Götterbo(o)ten 2006